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 »Sammeln / Ent-Sammeln. Kollektive Gedächtnisse - Künstlerische Strategien« 21.11.2015 – 19.02.2016

Christophe Berhault | Bruno Jakob | Nana Petzet | Photomagazin Ohio

am Sonnabend, dem 21. November 2015, 18:00 – 20:00 Uhr in den Projektraum des Deutschen Künstlerbundes, Markgrafenstr. 67, Berlin-Kreuzberg einladen.

Christophe Berhault, 135 000 Paintings, 2015

Im Winter 2015 beschäftigt sich der Deutsche Künstlerbund mit dem Themenkreis »Sammeln | Ent-Sammeln« . Neben einem Symposium am 21.11.2015 in Kooperation mit der Berlinischen Galerie zeigt die Ausstellung im Projektraum des Deutschen Künstlerbundes verschiedene künstlerische Strategien im Umgang mit kollektiven Gedächtnissen.

Das Sammeln und Ordnen als Phänomen begleitet alle Epochen der Kulturgeschichte. Durch Sammlungen entstehen kollektive Gedächtnisse, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft einer Gesellschaft miteinander verknüpfen und Orientierung und Bildung anbieten. Auch Künstlerinnen und Künstler sammeln : Gedanken, Ideen, Skizzen, Fotos, Objekte oder Materialien. Künstler-Sammlungen entstehen oftmals aus einer inneren Notwendigkeit. Als dynamische Archive sind sie integraler Bestandteil des künstlerischen Werkes.

Der in Berlin lebende französische Künstler Christophe Berhault ist leidenschaftlicher Sammler von Amateurfotografien und Familienalben, die er auf verschiedenen Flohmärkten findet. Jede dieser Aufnahmen ist Ausgangspunkt für eine eigene Geschichte. Durch Abfotografieren und seine künstlerische Cadrage des Bildmaterials transformiert er die Fotografien in einen neuen Zustand und fügt sie zu einem unendlichen Loop zusammen. So verleiht er ihnen eine geradezu zeichnerische Dimension. Im Projektraum ist die Projektion seiner »135 000 Paintings« zu sehen. 135000paintings.com

Seit den späten 60er Jahren arbeitet der Schweizer Künstler Bruno Jakob, der seit vielen Jahren in New York lebt, an »invisible paintings« . Mit unsichtbaren Malmitteln wie Wasser, Energie, Gedanken und Gerüchen malt er auf verschiedenste Materialien. Diese Reflexion über die Bedingungen und Möglichkeiten von Malerei und die Präsenz von Bildern, die sich in seinem gesamten Werk findet, verdeutlichte er besonders eindrucksvoll in seinem Beitrag zur Biennale Venedig 2011. In der Ausstellung zeigt Bruno Jakob einen Speicher, der 12.000 Bilder enthält.

Die Hamburger Künstlerin Nana Petzet stellt das von ihr entwickelte »System SBF« vor : Eine Sammlung von wiederverwertbaren und teilweise bereits wiederverwerteten Alltagsgegenständen, die sie mit »HIDA MIDAS« , einer wissenschaftlichen Datenbank zur Dokumentation von Kulturgut, inventarisiert. So bringt sie grundsätzliche gesellschaftliche Tendenzen – die allgemeine Wegwerfmentalität und den Drang zur Musealisierung – auf überraschende Weise zusammen. Fragen der Provenienz und der Ikonografie erscheinen damit in einem neuen Blickwinkel.

Das Photomagazin Ohio ist ein Kunstprojekt in Magazinform, das von den in Köln und Düsseldorf lebenden Künstlern Uschi Huber und Jörg Paul Janka herausgegeben wird. In den Magazinen werden bereits existierende Bildermassen selektiert und präsentiert. Der Vorgang des Auswählens von Alltäglichem, bereits Vorhandenem begreifen die Herausgeber als künstlerische Position. Durch das Montieren der Bilder in einen andersartigen Zusammenhang entsteht eine neue ästhetische Dimension und zugleich veränderte Bedingungen für die Wahrnehmung der Bilder.

Eröffnung : Sonnabend, 21.11.2015, 18:00 – 20:00 Uhr Dauer : 21.11.2015 – 19.02.2016 Öffnungszeiten : Dienstag – Freitag 14:00 h – 18:00 h und nach Vereinbarung Winterpause vom 21.12.2015 – 02.01.2016

 


You are cordially invited to the opening of the exhibition

 »Sammeln / Ent-Sammeln. Kollektive Gedächtnisse - Künstlerische Strategien«  Christophe Berhault | Bruno Jakob | Nana Petzet | Photomagazin Ohio

on Saturday, 21 November 2015, 6 - 8 p.m., in the Project Space of the Deutscher Künstlerbund, Markgrafenstr. 67, Berlin-Kreuzberg.

In the winter of 2015, the Deutscher Künstlerbund is focussing on the theme of »Collecting | Un-Collecting« . As well as a symposium on 21 November in cooperation with the Berlinische Galerie, the exhibition at the Deutscher Künstlerbund Project Space showcases a range of artistic approaches to dealing with collective memories.

Collecting and ordering as a phenomenon runs through all periods of cultural history. Collections give rise to collective memories that connect past, present and future within a society, as well as offering orientation and education. Artists are also collectors – of thoughts, ideas, sketches, photographs, objects and materials. Artist collections are often the result of some inner necessity. As dynamic archives, they are an integral part of the artistic work.

Berlin-based French artist Christophe Berhault is a passionate collector of amateur photographs and family albums, which he finds on flea markets. Each of these pictures is the starting point for a story. By re-photographing and cropping the found material, he transforms the photographs into a new state and joins them together in an endless loop, lending them a graphic dimension. In the Project Space, we are showing a projection of his »135 000 Paintings« . 135000paintings.com

Since the late 1960s, Swiss artist Bruno Jakob, who has been based in New York for many years, has been working on »invisible paintings« . Using invisible painting materials such as water, energy, thoughts and smells, he paints on a range of supports. This reflection on the conditions and possibilities of painting and the presence of pictures, that runs through his entire oeuvre, was stated especially clearly in his contribution to the Venice Biennial in 2011. In our exhibition, Jakob is showing a “repository” containing 12,000 pictures.

Hamburg artist Nana Petzet is showing her self-developed »System SBF« : a collection of recyclable and in some cases already recycled everyday objects that she inventories with »HIDA MIDAS« , a scientific database for the documentation of cultural artefacts. In this way, she brings together basic trends within society – throwaway mentality, museumization – in a surprising way, casting questions of provenance and iconography in a new light.

The photography magazine Ohio is an art project in the form of a magazine, published by the Cologne- and Düsseldorf-based artists Uschi Huber and Jörg Paul Janka. Each issue presents selections from existing bodies of images. The publishers understand the process of selecting from everyday materials as an artistic position. By assembling the images in a different context, a new aesthetic dimension is created, as well as altered conditions for the perception of the pictures.

Private view : Saturday, 21.11.2015, 6 – 8 p.m. Duration : 21.11.2015 – 19.02.2016 Opening hours : Tuesday – Friday 2:00 p.m. – 6:00 p.m. and on appointement

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